Doch worin besteht eigentlich der Sinn eines Vorstellungsgespräches?
Ziel ist das umfassende Kennenlernen beider Seiten in kurzer Zeit.
Ziele der Reederei
Feststellung der Persönlichkeit und der
Integrationsmöglichkeit in das Unternehmen.
Überprüfung der Daten des Bewerbers und
Ermittlung fehlender Angaben.
- Beurteilung der Kenntnisse des Bewerbers
- Verschaffung
eines persönlichen Eindrucks (z.B. der Leistungsbereitschaft)
- Ermittlung
der Vorstellungen und Erwartungen des Bewerbers
- Prüfung
der Einsatzmöglichkeit des Bewerbers
Ziele des Bewerbers
Fragen klären
- zur
Stelle
- zum
Unternehmen
- Arbeitszeiten,
Urlaub, ...
- Organisation,
Führungsstil, Unternehmenskultur
Persönliche Vorbereitung
Ganz wichtig ist die persönliche Vorbereitung auf das
Vorstellungsgespräch.
Informieren Sie sich umfassend über das Unternehmen.
Sie können hierfür die unterschiedlichsten Medien
nutzen:
- Internet (z.B. die Unternehmens-Homepage)
- Prospekte
und Zeitschriften
- Geschäftsbericht
des Unternehmens
- Bekannte
- Zuständige
Stellen wie z.B. die BBS
- Arbeitsämter: hier die Zentrale
Heuerstelle in Hamburg
Überprüfen Sie Ihren Lebenslauf und Ihre Zeugnisse auf erklärungsbedürftige
Phasen und Schwachstellen. Da darauf mit Sicherheit
Fragen gestellt werden, beantworten Sie diese Fragen
sich selbst. Achten Sie auf Ehrlichkeit!
Definieren Sie als nächstes die (möglichen)
Anforderungen an die Stelle.
Schreiben Sie sich eventuelle Unklarheiten auf und
stellen Sie die Fragen im Vorstellungsgespräch.
Freuen Sie sich auf das Vorstellungsgespräch!
Es handelt sich um kein Verhör, sondern um ein Gespräch,
um sich gegenseitig kennenzulernen.
Verhalten Sie sich normal und seien Sie ganz sich
selbst. Achten Sie auf eine angenehme Gesamterscheinung.
Kleidung
Die Kleidung sollte arbeitsplatzbezogen sein. Wählen
Sie die Kleidung entsprechend der Position, auf die
Sie sich bewerben. Die Seeschifffahrt gilt als recht
konservativ, es bietet sich also beispielsweise Anzug
und Krawatte, zumindest jedoch Sakko, an.
Schuhe
Die Schuhe müssen geputzt und seriös sein. Tragen Sie
um Beispiel keine Turnschuhe.
Schmuck
Setzen Sie Schmuck dezent ein. Sie müssen nicht zeigen,
was Sie haben!
Körperpflege
Besorgen Sie sich Kaugummis oder Pfefferminzbonbons,
um unangenehmen Mundgeruch vorzubeugen.
Verwenden Sie keine aufdringlichen Parfums und Deos.
Achten Sie auf gepflegte Haare und eine frische Rasur
(kein 3-Tage-Bart).
Begrüßung
Das Vorstellungsgespräch wird mit einer
Begrüßungsphase
eingeleitet.
Da es keine zweite Gelegenheit für einen ersten Eindruck
gibt, sollten Sie sich bereits hier gut präsentieren.
Stellen Sie sich mit vollem Namen in angemessener Lautstärke
und Tonlage vor und merken Sie sich die Namen der
Gesprächspartner. Letztere sind wichtig für die Ansprache
während des Vorstellungsgesprächs und für eventuelle
Nachfassaktionen.
Häufig wird die Begrüßung mit Small
Talk begleitet („Wie war die Anreise?“,
„Haben Sie uns sofort gefunden?“). Das dient
nur der Auflockerung. Spielen Sie in jedem Fall mit,
vermeiden Sie aber negative Äußerungen (keine „Politik“).
Nachfolgend finden Sie einige Ratschläge,
die Sie (nicht nur in der Begrüßungsphase) beherzigen
sollten.
- Lächeln Sie freundlich, aber nicht
übertrieben
- Halten
Sie Augenkontakt, wenn Sie angesprochen werden
- Ihr Händedruck darf weder zu lasch
noch zu kräftig ausfallen
Angebotene Getränke sollten Sie annehmen.
Ausnahmen bilden Alkohol, Zigaretten und sonstige
Suchtmittel.
Vorstellung
der Reederei
Im Anschluss an die Begrüßung stellt
sich das Unternehmen vor.
Hören Sie besonders aufmerksam zu. Sie
erhalten hier wichtige Informationen (womöglich sogar
zum Arbeitsplatz), die Sie anschließend in Ihre Selbstpräsentation
einfließen lassen können.
Beachten Sie, dass diese Informationen später auch
abgefragt werden können, um bspw. Ihre Aufmerksamkeit
zu testen.
Machen Sie sich gegebenenfalls Notizen.
Nachfragen ist in dieser Phase nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht. Halten
Sie daher 2 bis 3 Fragen bereit.
Besonders nützlich sind weiterführende Fragen, wie
zum Beispiel:
„Ich
habe in der Zeitschrift XY gelesen … Stimmt es, dass
…“
Dadurch signalisieren Sie, dass Sie sich bereits im
Vorfeld über das Unternehmen erkundigt haben.
Vorstellung
des Bewerbers
Diese Phase wird in der Regel eingeleitet
mit der Bitte sich „kurz vorzustellen“ oder „etwas
über sich zu erzählen“.
Unterschätzen Sie diesen Abschnitt jedoch nicht! Denn
hier können Sie durch geschickten Einsatz Ihrer Präsentation,
das Vorstellungsgespräch in von Ihnen vorgegebene
Richtungen führen.
In der Selbstpräsentation müssen Sie
zentrale Argumente für Ihre Einstellung liefern.
Als Reihenfolge für Ihren Lebenslauf ist die antichronologische
Form zu empfehlen.
Beginnen Sie mit dem Aktuellen und gehen Sie dann
zurück bis zu dem Beginn Ihrer schulischen Laufbahn.
Achten Sie auf den „roten Faden“ und lassen Sie keine
Langeweile aufkommen!
Der Umfang der Selbstpräsentation sollte
sich auf ca. 5 Minuten belaufen.
Es ist jedoch zu empfehlen, neben dieser Version,
noch eine 1-minütige Kurzvorstellung
zu verfassen.
Im Folgenden sind einige Tipps für die
Selbstpräsentation noch einmal kurz zusammengefasst.
- Verwenden Sie die antichronologische
Reihenfolge
- Greifen
Sie jede Stellenanforderung auf
- Argumentieren
Sie mit konkreten und verständlichen Beispielen
- Beschreiben,
nicht bewerten
- Achten
Sie auf den "roten Faden"
- Bleiben
Sie glaubwürdig (keine Übertreibungen)
- Lassen
Sie keine Langeweile aufkommen
- Vermeiden
Sie Negativformulierungen (bspw. "... habe
ich keine Probleme.")
Mögliche Fragen an
den Bewerber
Im Anschluss an Ihre Selbstpräsentation
wird für gewöhnlich Ihr persönliches Profil durch
gezielte Fragen nach Ihren Stärken und Schwächen geprüft. Daher
ist es besonders wichtig, sich bereits im Vorfeld
mit seinen Stärken und Schwächen auseinandergesetzt
zu haben (siehe Stärken-Schwächen-Analyse).
Bitte beachten Sie, dass jede angeführte
Stärke/Schwäche einen deutlichen Bezug zur Stelle
aufweisen muss.
Bei der Formulierung einer Schwäche gehen
Sie am besten nach folgendem Schema vor:
- Nennen Sie die Schwäche.
Beispiel: „Manchmal neige ich dazu …“
- Belegen Sie die Schwäche an einem
Beispiel bzw. an einer konkreten Situation.
Beispiel: „Dies zeigt sich zum Beispiel daran,
dass …“
- Geben Sie an, was Sie getan haben,
um die Schwäche in den Griff zu bekommen.
Beispiel: „Um dies zukünftig zu vermeiden, habe
ich …“
Fragen des Bewerbers
Nachdem Sie die Fragen Ihres Gesprächspartners
beantwortet haben, werden die Rollen im Vorstellungsgespräch
gewechselt.
Ab jetzt können Sie sich umfassend über die Arbeitsstelle
und den Arbeitgeber informieren. Potentielle Fragen
sollten Sie bereits im Vorfeld erarbeiten. Beschränken
Sie sich dabei auf Fragen, die für die Stelle bzw.
die Ausübung der Tätigkeit relevant sind
(kein Urlaub o.ä.)
Dazu gehören:
- Fragen zur Einarbeitungsphase
- Fragen
zu dem Unternehmen (bspw. Firmenphilosophie)
- Fragen
zur Tätigkeit / Aufgabengebiete
- Arbeitszeit
- Weiterbildungen
- Zukunftschancen / Karriereaussichten
Unterschätzen Sie nicht die Wichtigkeit
dieser Phase im Vorstellungsgespräch. Nichts ist peinlicher,
als wenn Sie bereits nach zwei Wochen die Stelle wechseln
möchten, weil Sie mit bestimmten Dingen (die man bereits
im Vorfeld hätte klären können) nicht zu recht kommen.
Es macht übrigens keinen schlechten Eindruck,
wenn Sie einen Zettel mit vorbereiteten Fragen hervorziehen.
Achten Sie aber darauf, dass die Fragen nicht
bereits (direkt oder indirekt) beantwortet wurden!
Verabschiedung
Nachdem Ihr Gesprächspartner das Gespräch
beendet hat, bedanken Sie sich mit einem Händedruck.
Stimmen Sie unbedingt die weitere Vorgehensweise,
wie zum Beispiel den Termin für eine Entscheidung,
ab!
Sagen Sie anschließend, dass Ihnen das Gespräch gefallen
hat.
Bleiben Sie auch bei der Verabschiedung
konzentriert (und interessiert) und verspielen Sie
nicht Ihren guten Eindruck mit einem schlechten Abgang.
Viel Erfolg!!!
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